Technik

Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?
Technik einfach erklärt

10. Januar 2025
7 Min. Lesezeit

Von der Sonnenstrahlung bis zum Stecker in der Steckdose – wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie aus Sonnenlicht sauberer Strom wird und wie eine moderne Photovoltaik-Anlage aufgebaut ist.

Photovoltaikanlage auf einem Dach
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Die Grundlagen: Was ist Photovoltaik?

Photovoltaik ist die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie. Der Begriff setzt sich aus "Photo" (Licht) und "Voltaik" (nach Alessandro Volta, Pionier der Elektrizität) zusammen. Diese Technologie nutzt den photoelektrischen Effekt, der bereits 1839 entdeckt wurde, aber erst in den letzten Jahrzehnten zur praktischen Anwendung kam.

Eine Photovoltaik-Anlage besteht im Wesentlichen aus Solarzellen, die zu Modulen zusammengeschaltet werden. Diese Module werden auf Dächern, Fassaden oder Freiflächen installiert und fangen das Sonnenlicht ein, um es in nutzbaren Strom umzuwandeln.

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Wie funktionieren Solarzellen?

Solarzellen bestehen hauptsächlich aus Silizium, einem Halbleitermaterial, das in der Natur reichlich vorkommt. Die Funktionsweise basiert auf dem photoelektrischen Effekt:

  • Lichteinfall: Wenn Sonnenlicht (Photonen) auf die Solarzelle trifft, werden Elektronen aus ihren Atomverbindungen gelöst.
  • Elektronenbewegung: Die freigesetzten Elektronen bewegen sich durch das Silizium und erzeugen einen elektrischen Strom.
  • Stromerzeugung: Durch die spezielle Struktur der Solarzelle (p-n-Übergang) entsteht eine gerichtete Bewegung der Elektronen, die als Gleichstrom abgegriffen werden kann.

Moderne Solarzellen erreichen einen Wirkungsgrad von 18-22% bei monokristallinen Zellen und 15-18% bei polykristallinen Zellen. Das bedeutet, dass etwa ein Fünftel der einfallenden Sonnenenergie in elektrischen Strom umgewandelt wird.

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Die Komponenten einer PV-Anlage

Solarmodule

Die Solarmodule sind das Herzstück der Anlage. Sie bestehen aus mehreren Solarzellen, die in Reihe oder parallel geschaltet sind, um die gewünschte Spannung und Leistung zu erreichen. Module werden wetterfest eingekapselt und können 25-30 Jahre lang zuverlässig arbeiten.

Wechselrichter

Der Wechselrichter ist das Gehirn der Anlage. Er wandelt den von den Modulen erzeugten Gleichstrom (DC) in Wechselstrom (AC) um, der im Haushalt verwendet werden kann. Moderne Wechselrichter haben einen Wirkungsgrad von über 98% und überwachen kontinuierlich die Leistung der Anlage.

Montagesystem

Das Montagesystem hält die Module sicher auf dem Dach oder der Fassade. Es muss Wind- und Schneelasten standhalten und gleichzeitig eine optimale Ausrichtung zur Sonne ermöglichen. Hochwertige Montagesysteme sind korrosionsbeständig und für eine Lebensdauer von über 30 Jahren ausgelegt.

Zähler & Monitoring

Ein Zweirichtungszähler misst sowohl den selbst genutzten als auch den ins Netz eingespeisten Strom. Moderne Anlagen verfügen zudem über ein Monitoring-System, das die Leistung in Echtzeit überwacht und bei Problemen benachrichtigt. So können Sie jederzeit sehen, wie viel Strom Ihre Anlage produziert.

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Der Energiefluss: Vom Sonnenlicht zum Strom

Der Prozess der Stromerzeugung lässt sich in einfachen Schritten erklären:

  1. Sonnenlicht trifft auf die Module
  2. Die Photonen des Sonnenlichts treffen auf die Solarzellen und lösen Elektronen aus dem Silizium.

  3. Gleichstrom wird erzeugt
  4. Die bewegten Elektronen erzeugen einen Gleichstrom (DC) mit einer Spannung von typischerweise 30-40 Volt pro Modul.

  5. Wechselrichter wandelt um
  6. Der Wechselrichter transformiert den Gleichstrom in Wechselstrom (AC) mit 230 Volt, der im Haushalt verwendet werden kann.

  7. Strom wird genutzt oder eingespeist
  8. Der erzeugte Strom wird direkt im Haushalt verbraucht. Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet.

Funktioniert Photovoltaik auch bei bewölktem Wetter?

Ja! Photovoltaik-Anlagen funktionieren auch bei bewölktem Himmel, allerdings mit reduzierter Leistung. Selbst bei diffusem Licht (wenn die Sonne durch Wolken scheint) können die Module noch 10-25% ihrer Nennleistung erzeugen.

Moderne Solarzellen sind so konstruiert, dass sie auch diffuses Licht effizient nutzen können. Die beste Leistung wird jedoch bei direkter Sonneneinstrahlung erzielt. In Österreich produzieren PV-Anlagen über das gesamte Jahr hinweg zuverlässig Strom, mit Spitzenwerten in den Sommermonaten.

Warum ist Photovoltaik so wartungsarm?

Photovoltaik-Anlagen haben keine beweglichen Teile, was sie extrem wartungsarm macht. Die Hauptkomponenten sind:

  • Solarmodule: Haltbar für 25-30 Jahre, meist mit Garantie
  • Wechselrichter: Lebensdauer von 10-15 Jahren, danach einfach austauschbar
  • Kabel & Anschlüsse: Hochwertige Materialien für jahrzehntelange Nutzung

Eine gelegentliche Reinigung der Module (alle 2-3 Jahre) und eine jährliche Sichtprüfung reichen meist aus, um die optimale Leistung zu gewährleisten. Professionelle Wartung alle 2-3 Jahre ist empfehlenswert, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Fazit

Photovoltaik ist eine ausgereifte, zuverlässige Technologie, die Sonnenlicht direkt in sauberen Strom umwandelt. Die Technik ist wartungsarm, langlebig und arbeitet auch bei bewölktem Himmel effizient. Mit einer Lebensdauer von über 25 Jahren und kontinuierlich sinkenden Kosten ist Photovoltaik eine Investition in eine nachhaltige Zukunft.

Möchten Sie mehr über Photovoltaik erfahren oder haben Sie Fragen zu Ihrer individuellen Situation? Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Beratung!